S. 116
Bischof
Giovanni Polani, das Oratorium
S. Daniele zu einem Cisterzienser-Kloster. Nach andern Nachrichten soll dieses Kloster freilich schon 820 vom Staat aus dem confiscirten Vermögen des Rebellen
Bon Brandachiel errichtet worden sein.
Unter
P. Polani wurden die Geistlichen der Kirche
S. Salvator zu Chorherren erhoben.
1147 wurde die Kirche
S. Luca von den Familien
Pizzamano und
Dandolo errichtet und von denselben auf dem Platze
S. Luca ein Mastbaum für die Fahne der Malerzunft aufgestellt.
Polani's Nachfolger, Domenigo
Morosini schloss Frieden mit Roger unter für Venedigs Handel sehr günstigen Bedingungen, kämpfte siegreich gegen die Seeräuber von
Ancona und gegen die aufrührerischen istrischen Städte
Pola und
Parenzo und trennte Venedig vollständig vom morgenländischen Reiche, sich mehr zu den Normannen hinneigend.
Unter ihm wurde wieder angefangen am Campanile
S. Marco zu bauen, welcher Bau lange gelegen hatte.
1148 gründete Petro
Gussoni Kirche und Kloster
Santa Maria Assunta, welche bald darauf den Kreuzherrn übergeben wurde und jetzt unter dem Namen
Ai Gesuiti bekannt ist. Noch in demselben Jahre, vielleicht auch schon früher, wurde die Kirche
S. Basilio (Basegio) gebaut. 1156, kurz vor Domen.
Morosinis Tode wurde die Pfarrkirche
S. Matteo Apost. von der Familie
Gussoni auf einem zu diesem Behufe von
Bernardo Corner geschenkten Platz errichtet; sie stand damals unter dem Patronat der Corner, später ging dasselbe auf die Zunft der Fleischer über.
1156 starb Dom.
Morosini und wurde in
S. Croce in
Luprio begraben.
Vitale Michieli II. unterstüzte den Papst Alexander III. und Mailand gegen Barbarossa. Dessen Anhänger, Ulrich, der Patriarch von Aquileja, griff Grado an, plünderte es, zerstörte den bischöflichen Palast und entweihte die Cathedrale; er wurde zwar besiegt und zu einem schimpflichen Tribut genöthigt, der Patriarch von Grado aber, Enrico Dandolo, zog nach Venedig und baute sich einen Palast in der Nähe von
San Silvestro auf einem ihm von
Bernardo Corner dazu geschenkten Platze. Der Doge liess den Platz vor
S. Marco erweitern und dabei die Kirche
S. Menno (S. Geminian) abtragen (S. ob. S. 102) In den nun folgenden unglücklichen Kämpfen gegen das griechische Kaiserreich (1163 —1172) wurden viele venetianische Familien ganz aufgerieben, so u. A. die Familie
Giustiniani, deren hundert Mitglieder alle gefallen waren; da wurde ein
Nicolo Giustiniani, der Mönch in
S. Nicolo in
Lido war, aus dem Kloster hervorgezogen und heirathete mit Erlaubniss des Papstes. Eine seiner Töchter
Anna stiftete und baute